Hauptmenü
Welt der Theater > Berlin > Der Schuh des Manitu/TdW







Premiere von "Der Schuh des Manitu" - 07.12.2008
Mittlerweile gehört es ja fast dazu, dass erfolgreiche Filme und Lieder in einem Musical auf die Bühne gebracht werden. So bestätigte sich der Erfolg in dem Projekt, alle ABBA Songs in einem Musical mit fiktiver Handlung zu verarbeiten, ebenso die bekannten Titel der legendären Gruppe "Queen" oder auch für Schlagerliebhaber die Lieder von Udo Jürgens.
Bei diesen "Compilation Musicals" wurde jedoch stets die musikalische Basis mit einer neuen Handlung umrahmt. Einen Film auf die Bühne zu bringen, der bisher noch nie als Musical in Erwägung gezogen wurde, ist doch ein sehr mutiges Unterfangen, denn beim "Schuh des Manitu" handelt es sich ja nicht um ein klassisches Werk von Disney, welches sehr gut umsetzbar ist, wie Musical-Dauerbrenner, wie u.a. "Der König der Löwen" beweisen!
Bully Herbigs Persiflage auf die alten Western der Karl May Zeit, zeigt eher Antihelden, die durch einige Irrungen und Wirrungen ihr Ziel erreichen.
Doch genau dieses Wagnis, das Herbig einst einging, mutierte zum großen Überraschungserfolg der Filmbranche und sorgte für einen Ansturm an den Kinokassen, wie es der deutsche Film nur in seinen besten Zeiten erlebte.
Und nun soll dieses Konzept sowie der Erfolg auch als Musicalproduktion wiederholt werden und das im traditionellen Theater des Westens in Berlin.
Dieses lud am Sonntag, den 07.12.08, zu einer glanzvollen Premiere ein, die ganz unter dem Motto des Filmes stand. Die geladenen prominenten Gäste erhielten schon für das Pressefoto Tomahawks, mit denen sie posieren durften und so manch ein Star nahm ohne Hemmungen auch den angebotenen Revolver und ließ sich damit mondän oder humorvoll fotografieren!
Die Gästeliste las sich wie ein "Who is who" der deutschen Film- und Künstlerbranche - so gaben sich Schauspieler, wie Thomas Fritsch sowie die Schwestern Gerit und Anja Kling die Ehre, aber auch Jenny Elvers-Elbertzhagen oder Verona Pooth, diesmal wieder ohne ihren Ehemann Franjo, durften nicht fehlen.
Bully Herbig selbst war vor Ort offizieller Repräsentant für sein Werk und fieberte der Premiere entgegen, nach all den Wochen des Schaffens und Vorbereitens!
Und auch die geladenen Musicaldarsteller, so unter anderem Uwe Kröger, sahen der Show mit Freude und gleichzeitiger Skepsis entgegen.
Wie sollte man eine Komödie des Filmes als Musical verarbeiten?
Die Handlung spricht für sich - so beginnt das Stück mit den gealterten Hauptpersonen, dem Indianer Abahatchi (gespielt von Mathias Schlung) und seinem besten Freund Ranger (Mark Seibert), jegliche Ähnlichkeiten mit "Winnetou und Old Shatterhand" sind natürlich rein zufällig…. Beide erinnern sich an ihre glorreiche Vergangenheit und schon befindet sich der Zuschauer im Wilden Westen, der von Indianern nur so wimmelt.
Häuptling "Listiger Lurch", der stets einen Stoffhasen auf seinem Arm trägt (eine Handpuppe, die von dem Darsteller selbst bewegt wird), sein Sohn "Falscher Hase" sowie sein Volk der Schoschonen zeigen, wie musikalisch die Indianer waren. Mit einem traditionell angehauchten Song beginnt das große Spektakel, welches sich dann in ein Broadwaystück verwandelt, mit tanzenden Indianern, glitzernden Lichtern und einem Lied, das stark an den Gassenhauer "There´s no business like Showbusiness" erinnert!
Die Musik des Stückes ist so vielfältig, dass der Zuschauer jedes Mal auf´s Neue überrascht wird. Als besonderer Ohrwurm sei der Song des griechischen Freundes Dimitri erwähnt - "Wir trinken Ouzo" mutet mit Sirtaki Klängen und einem Refrain, der an die guten Hitparaden Zeiten erinnert, an. Durch die Wiederholung der Lieder, bzw. der musikalischen Motive, bleiben die Titel schnell im Ohr.
Ein Highlight stellt auch der Einsatz von sogenannten "Puppets" dar, die in Form von singenden Wölfen, einem Ouzo trinkenden Esel oder den Pferden der Hauptpersonen, zum Tragen kommen. Manchmal fühlt man sich als Zuschauer in die Zeit der "Muppet Show" Ära versetzt, doch auf positive Art und Weise.
Das Bühnenbild ist teilweise so gestaltet, dass es einfach gute Laune verbreitet. Per Beamer werden Hintergründe lebensecht präsentiert, so wirkt es äußerst realistisch, wenn Ranger und Abahachi reiten oder am Ende des Stückes eine rasante Fahrt mit einem Kohlenwagen durch die Höhle des "Schuh des Manitus" antreten.
Besonders erwähnenswert sind auch Veit Schäfermeier als Abahachis schwuler Bruder "Winnetouch", der seiner Rolle absolut gerecht wird und die Klischees zwar überzogen, doch äußerst liebevoll repräsentiert sowie Michelle Splietelhof als "Uschi", die vor allem in ihrem großen Solo am Ende des Musicals zeigt, welch großartige Sängerin sie ist.
"Der Schuh des Manitu" bietet gute Unterhaltung auf hohem Niveau. Es ist ein
Stück für die ganze Familie und selbst die größten Kritiker werden überrascht sein, was man aus einem derartigen Film alles musikalisch herausholen kann. Das Musical trägt eindeutig Bully Herbigs Handschrift, da dieser für einen charmanten und einfallsreichen Humor steht, welcher auch im Berliner Theater des "wilden" Westens hervorragend zum Tragen kommt. Jeder, der das Theater an diesem 07. Dezember 2008 verlassen hat, war sich einig: "Der Schuh des Manitu" wird ein großer Erfolg werden und einen Siegeszug durch ganz Deutschland antreten, der durchaus verdient ist!
Text: Franziska Maier
Fotos: Marion Schaarschmidt und Stage Entertainment