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Musical Moments in Esslingen
Espen Nowacki und Stefanie Kock sind längst keine Unbekannten mehr in der Mittelalterstadt Esslingen am Neckar. Durch ihre Auftritte im Traumpalast ("Wochenend und Sonnenschein") sowie im Neckar Forum ("Musical Fieber") eroberten sie diese Region bereits auf ihre besondere Art und Weise.
Das Motto der rund dreistündigen Show, die am Donnerstag, den 16.04.09, im Alten Rathaus Esslingen geboten wurde, lautete nicht umsonst "Musical Moments" - die größten Hits der Musicalwelt und wahrlich auch "musikalische Momente" der Extraklasse wurde den Zuschauern von den beiden Künstlern geboten.
So war das Programm in zwei Blöcke unterteilt, die von einer rund 20 minütigen Pause unterbrochen wurden. Passenderweise erhielten die Gäste der Show das Programm als Menükarte, bei der die zwei Blöcke als "Gänge" bezeichnet wurden. Diese "Gänge" gestalteten sich als äußerst stimmig und grenzten an einen kulinarischen Hochgenuss für die Ohren!
Schon die Eröffnungsnummer "Sei hier Gast" sorgte für den passenden Flair und griff das Motiv der "Menükarte" indirekt auf, da in dem Stück, aus dem Musical "Die Schöne und das Biest", das Geschirr zum Mahl und Tanz einlud. Durch kurzweilige und vor allem komische Überleitungen brachten Espen Nowacki und Stefanie Kock ihr Publikum zwischen den einzelnen Songs auch zum Lachen. Dass sich die beiden Künstler auch öfters selbst nicht allzu ernst nahmen, sorgte für eine sehr sympathische Atmosphäre und baute die Barrière, die oftmals bei Konzerten zwischen den Künstlern und dem Publikum entsteht, ab!
Im "1. Gang" wurden durchweg Songs aus bekannten Musicalklassikern präsentiert. So fehlten weder Andrew Lloyd Webbers "Wie vom Traum verführt", aus "Joseph", bei dem die Esslinger zu den neuen Fischer Chören, unter der Leitung von Espen Nowacki, mutierten, noch Disney Ohrwürmer, wie "Hakuna Matata", bei dem ein "freiwilliges Opfer", besser gesagt, ein Zuschauer auf die Bühne durfte und die Künstler gesanglich und choreographisch unterstützen sollte.
Dass das Publikum den Abend nicht als passive Gäste bestreiten konnten, dürfte jedem klar sein, der bereits einen Showabend mit Stefanie Kock und Espen Nowacki erlebt hat. Die Aktivität der Zuschauer steht im Vordergrund und das dabei auf eine sympathische und keinerleit aufdringliche Art und Weise!
Ernstere Klänge brachte das Ende des "1. Ganges" mit sich - bei "Wenn ich tanzen will" aus "Elisabeth" schlüpften Kock und Nowacki in die Rollen der Kaiserin von Österreich sowie ihres mysteriösen Kontrahenten, dem Tod höchstpersönlich.
Danach folgte direkt eine Reise ins Land der Blutsauger: Die "Unstillbare Gier" und "Totale Finsternis" aus dem Erfolgsmusical "Tanz der Vampire" beendeten den ersten Showteil perfekt.
Im "2.Gang" sollte es erstmal etwas weniger düster weitergehen - mit "Mr. Zellofan" bewies Espen Nowacki wieder einmal sein komisches Talent und erklärte sympathsich dummdreist, dass er stets übersehen werde. So sogar von seiner Duettpartnerin, die ihn tatsächlich beim darauffolgenden Lied "Cabaret" links liegenließ!
Doch Herr Nowacki ließ dies nicht auf sich sitzen und forderte nun Stefanie zum Due"ll" heraus bei "Alles was du kannst" aus "Annie get your gun"!
Dass Klassiker auch einmal etwas anders erklingen können, bewies die neue "Swingversion" von "Somewhere over the rainbow", dem wohl bekanntesten Filmhit überhaupt aus "Der Zauberer von Oz". Dass zur Zeit in Stuttgart das Musical "Wicked" aufgeführt wird, welches die Vorgeschichte dieses Filmes erzählt, griff Stefanie Kock auf, indem sie den Song der grünen Hexe Elphaba "Frei und schwerelos" darbot.
Weitere Andrew Lloyd Webber Hymnen folgten: "Erinnerung" aus "Cats", "Die Musik der Nacht" aus dem "Phantom der Oper" - diese Titel werden vom Publikum stets besonders geschätzt und mit viel Applaus quittiert. Evtl. zeigt dies auch den Geschmack der Leute, die nicht nur die neuen Compilation Musicals bevorzugen, sondern gerne auch wieder an die Ursprünge der Musicalkultur erinnert werden!
Und so wurde der "2. Gang" mit eher stimmungsvoller Musik beendet:
Dirty Dancing live on stage...jedoch nicht wörtlich genommen. Buddy Holly himself, perfekt verkörpert durch einen bebrillten und mit Gitarre ausstaffierten Espen Nowacki und "The one that I want" aus "Grease" - bei diesen Songs klatschte selbst der skeptischste Besucher des Abends mit!
Und dass die Künstler nicht einfach so von der Bühne entlassen wurden, sondern noch einen reichlichen Nachtisch boten, stellte das "Sahnehäubchen" der Musical Moments dar:
Ein Udo Jürgens Medley, gefolgt einer 80er Jahre Hit-Medleys, dazu noch ein Abba-Medley - was will man mehr!
Ein beschwingter Abend, der rund 3 Stunden Programm beinhaltete. Eine Höchstleistung der Künstler und ein Genuss für Auge und Ohren - Musical Moments - längst kein Geheimtipp mehr und eine Show, die man gesehen haben MUSS!
Text/Fotos: Franziska Maier