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MAMMA MIA Film

Rezensionen

MAMMA MIA – es geht schon wieder los…

Als am 06.April 1974 die schwedische Popgruppe ABBA im englischen Brighton als Sieger des Eurovision Song Contests verkündet wurden, dachte noch keiner daran, dass diese vier Damen und Herren 34 Jahre später eine der erfolgreichsten Musikgruppen weltweit sein würden. Mit ihrem Hit „Waterloo“ galten sie damals als Eintagsfliege der Popmusik, doch dass diese Single bereits 2 Jahre nach dem Grand Prix Sieg mehr als 6 Millionen mal verkauft wurde, war selbst für die größten Kritiker ein Zeichen, dass diese Band nicht so schnell wieder den Popolymp verlassen würde. Und so folgten Hit auf Hit, bis sich ABBA (der Name setzt sich aus den Vornamen der vier Bandmitglieder Annafrid, Benny, Björn und Agneta zusammen) im Jahre 1982 offiziell trennten und seitdem nie wieder gemeinsam auf einer Bühne zu sehen waren…
Am 25 Jahrestag des Grand Prix Sieges, dem 06. April 1999, feierte das Musical „MAMMA MIA“ in London seine Welturaufführung. Ein Stück, das vor allem durch seine Einfachheit besticht und insgesamt 25 ABBA Titel enthält, diese wurden passend in eine fiktive Story integriert, die eigentlich in einem Satz zu erzählen ist:
Die junge Sophie lebt mit ihrer Mutter Donna auf einer griechischen Insel – sie möchte heiraten und weiß nicht, wer ihr Vater ist, so schickt sie Briefe an drei in Frage kommenden Kandidaten und ehemalige Freunde ihrer Mutter los, in der Hoffnung, endlich das Rätsel zu lösen!
Mittlerweile besuchten rund 30 Millionen Zuschauer in über 140 Ländern das, in die jeweiligen Landessprachen übersetzte, Musical. Zwar kamen anfangs Missverständnisse auf, da viele dachten, die Story der Popgruppe ABBA würde auf der Bühne erzählt, doch auch die charmante Rahmenhandlung wurde von allen gut aufgenommen und sorgte für den großen Erfolg.
So war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Verfilmung des Musicals auf dem Programm der beiden ABBA „Herren“, die seit 1966 bereits miteinander arbeiten, stand.
Die simple Handlung wurde komplett übernommen, jedoch entschied man sich, auch in Deutschland die Lieder im englischen Original zu belassen, jedoch mit deutschem Untertitel. Eine sehr weise Entscheidung, da man so einerseits die Originalstimmen der Schauspieler hören kann und der Wiedererkennungswert der Originaltitel noch größer ist!
So meint man häufig, man befinde sich in einem ABBA Konzert. Der Sound wurde noch überarbeitet und so läuft auch meist ein Instrumental der Lieder im Hintergrund und dient als Untermalung der gesprochenen Szenen.
Zur Verkörperung der Rollen wurden bekannte Schauspieler gewählt, so spielt keine Geringere als Meryl Streep die Hauptrolle der allein erziehenden Donna. Streep braucht ihre Sangeskünste nicht zu verstecken, da sie bei jedem Titel brilliert und es hervorragend versteht, die Emotionen schauspielerisch sowie gesanglich perfekt zu verkörpern.
Ihr „The winner takes it all“ wird so zum Highlight des Filmes. Sie versucht nicht krampfhaft das Timbre der ABBA Sängerin Agneta zu imitieren, sondern verleiht dem Stück ihre ganz persönliche Note, voller Verzweiflung und Trauer.
Ihre Tochter „Sophie“ wird von der Jungschauspielerin Amanda Seyfried gespielt. Sie wirkt rein optisch sehr passend als Meryl Streeps Tochter und steht ihrer Filmpartnerin in nichts nach. Ihre kindliche Unschuld und Naivität, die das blondgelockte California Girl verkörpert, passt sehr gut zu der vorgeschriebenen Rolle.
Die drei möglichen Väter wurden ebenfalls sehr gut besetzt: Der abenteuerlustige „Bill“ Stellan Skarsgard, der schwule „Harry“ Colin Firth sowie die große Liebe Donnas „Sam“ Pierce Brosnan, spielen sehr harmonisch ihre Charaktere und sorgen für allerhand Lacher. Brosnan ist zwar nicht der geborene Sänger, so manch ein Zuschauer verkneift sich doch ein Lachen, wenn der „Ex-James-Bond“ inbrünstig schmettert und dabei doch eher wie ein bellender Hund wirkt, doch durch sein charmantes Spiel macht er diesen „Faux-pas“ schnell wieder wett!
Donnas Freundinnen Tanja (Christine Baranski) und Rosi (Julie Walters), die auch im Musical sehr skuril dargestellt werden, liefern körperlich und gesanglich eine tolle Leistung. Sie sorgen für Humor und geben der Handlung das nötige Tempo. Im Musical wirkten die Rollen zu stark überzogen, im Film jedoch findet die perfekte Mischung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit der beiden statt!
Auch die Lieder, die man im Musical wirklich an die Grenze des guten Geschmackes brachte, indem man sie zu humoristischen Kalauern machte, werden im Film nicht derart „vergewaltigt“. Bei „Chiquitita“ sucht man so zum Beispiel die Bananen vergebens. Dafür gibt es viele sehr schöne Szenen, die für Nachdenklichkeit und einen hohem Emotionsgrad sorgen. Eine der schönsten Szenen stellt das Mutter-Tochter-Duett „Slipping through my fingers“ oder auch der Titel „Our last summer“ dar, die Musik fügt sich perfekt in das Geschehen ein und es entsteht eine perfekte Harmonie zwischen Fiktion und Realität.

Alles in allem ist der „MAMMA MIA“ Film ein gelungenes Werk, selbstverständlich besonders für denjenigen, der die ABBA Musik liebt oder eben mag. Wer mit ABBA nichts anfangen kann, für den dürfte sich dieser Kinobesuch als Problem gestalten, denn selbst das hervorragende Schauspiel der Darsteller kann nicht kompensieren, dass es sich um eine „Insiderproduktion“ handelt. Dass die starren und einfachen Bühnenbilder des Musicals durch reale Locations in Griechenland ersetzt wurden, bereichert die Handlung ungemein. Man empfindet Urlaubsfeeling und bekommt Lust, wieder die ein oder andere ABBA Cd aufzulegen und selbst einfach nur mitzusingen!
Bei der Premiere des Filmes fand außerdem das Unmögliche, was niemand mehr erwartet hätte, statt: Alle vier ABBA Mitglieder erschienen, unterhielten sich prächtig und Spekulation einer Reunion wurden erneut angeheizt, doch dies bleibt auch weiterhin Utopie und so bleibt allen Fans nur eines: In den Erinnerungen zu schwelgen und ein Stück „ABBA“ durch den neuen MAMMA MIA Film zu erleben!


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