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Künstler und Konzerte
Die Schülerinnen der Realschule Wernau hatten die Möglichkeit, die Band "Down Below", die bei Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" den 3. Platz erreichten, vor dem Konzert in Ludwigsburg zu interviewen...
RSW: Wie und wann ist eure Band entstanden und wer war der eigentliche Gründer?
Neo: Uns gibt es jetzt seit dem Jahr 2002 – ursprünglich waren wir als zwei Bands unterwegs und eines Tages überlegten wir, ob wir nicht ein gemeinsames Projekt starten sollten, just for fun. Und tatsächlich zogen wir die Idee durch und waren zu Beginn sieben Leute, die gemeinsam eine Platte aufnahmen. Doch wie das nun mal so ist, splitteten sich dann einige von uns ab, um eigene Ziele zu verfolgen und so blieben wir vier übrig als Gründer von „Down Below“! Das war im Jahr 2005. Als wir dann nur noch zu viert waren, teilten wir die „Rollen“ und Aufgabengebiete neu ein – so ist Carter für die organisatorischen Dinge zuständig, Convex hat ein Tonstudio und produziert Demos, Mahony hat den Probenraum und wir brauchen ihn ja außerdem als Schlagzeuger und ich schreibe Texte und Lieder.
Bei der ursprünglichen Gruppe waren wir eben zu viele – 7 Leute wollten unterschiedliche Dinge, das kann nicht gut gehen! Das Album war auch sehr durchwachsen und jetzt ist es eine Linie!
RSW: Wieso habt ihr euch gerade „Down Below“ getauft?
Neo: Es gab mehrere Namensvorschläge und so stimmten wir ganz demokratisch ab.
Convex: Ja, so richtig mit Wahlurne! Und so kam es zu unserem Namen, den wir jetzt tragen!
RSW: Erinnert ihr euch an eure früheren Proben und wie sind diese damals verlaufen?
Neo: Die früheren Proben liefen bei unserem Bassisten im Keller! Dort war alles sehr klein und ich musste andauernd gebückt stehen, da ich ständig meinen Kopf gestoßen habe. Dann hat Carter uns einen größeren Probenraum besorgt, dieser gehört uns und ist sehr schick. Jetzt sind also die Proben wesentlich angenehmer!
RSW: Wie hat sich denn euer Sound im Laufe der Zeit entwickelt, bzw. verändert?
Neo: Unser Sound besteht von Anfang an aus verschiedenen Elementen. Wir haben Gitarre, Bass, Schlagzeug, Synthiesyzer und meine Stimme. Die Strukturen wurden klarer. Down Below definiert sich vorwiegend durch eine klassische Rockbandbesetzung und den Synthie-Sound!
RSW: Was bedeutet euch allen euer Album „Sinfony23“?
Mahony: Die Arbeit an diesem Album war ein sehr langwieriger Prozess. Die Stücke entwickelten sich nach und nach. Bei mir verstarb während der Studioaufnahmen mein Großvater, darum widme ich persönlich ihm dieses Album – es ist unser „Baby“.
Carter: Für mich bedeutet es Weiterentwicklung und Aufteilung der Aufgaben. Jeder hatte das hinzuzufügen, was er am besten kann.
Neo: Für mich bedeutet die Platte sehr viel, da ich die Texte beisteuerte und da war ich ganz stolz, da dieses Album mein Songschreiberdebut darstellt. Als Band sind wir ebenfalls durch die Platte enorm zusammengewachsen, da wir 6 Wochen am Stück gemeinsam im Studio, auf engstem Raume, standen. Die Entstehung von „Sinfony 23“ war eine sehr schöne Zeit – danach wollten wir dann auch endlich raus und das präsentieren, woran wir so lange arbeiteten. Für uns alle wird es stets eine sehr schöne Erinnerung bleiben!
RSW: Was sind eure persönlichen Lieblingssongs der CD?
Mahony: Mein persönlicher Lieblingssong der Cd ist „From the highest point“, weil das so eine Nummer war, die einfach da war. Wenn dieses Lied auf der Bühne läuft, dann geht’s mir gut!
Carter: Ich schließe mich Mahony an, der Song rockt einfach! Und dann noch „Dark Queen“, aus derselben Begründung, live hat das Lied unheimlich Power!
Convex: „Private Soul Security“!
Neo: Ich mag mehrere Songs auf dem Album. Allerdings geht mir das Lied „Farewell“ am nächsten, da es um eine Freundin geht, die verstorben war und das Lied war ein Weg der Verarbeitung für mich. Mittlerweile spielen wir den Song auch bei unseren Live Konzerten, früher vermieden wir es, da er zu emotional belastet war, doch nun ist es unser Abschiedslied für die Fans.
Rocken auf der Bühne ist super, vor allem für die Jungs, die die Instrumente spielen.
RSW: Erläutert doch einmal den Lesern, wie euer Album aufgebaut ist.
Neo: Euch erwartet ein Album mit vielen schönen Melodien – etwas melancholisch, abwechslungsreich, schnelle Songs, tanzbare Songs, Lieder, zum Kerzen anzünden, Songs zum Nachdenken, Stücke mit Tiefgang, keine Songs, wie „Hol mal das Lasso raus…“!:-) Ein ernsthaftes Album, das dennoch Spaß macht!
Mahony: Tanzen, träumen und weinen!
RSW: In welchen Situationen kommen euch die besten musikalischen Ideen?
Neo: Das ist sehr unterschiedlich. Teilweise spielen wir im Proberaum einfach mal drauf los und schauen, was herauskommt. Für mich persönlich sind es ganz verschiedene Situationen, ob ich nun nachts aus der Disko komme und eine eher verzweifelte Stimmung sich breit macht oder manchmal höre ich gute Lieder, die mich inspirieren. Es sind jedoch meist extreme Situationen!
RSW: Wie entstehen denn eure Songs?
Neo: Über PC kann man ja mittlerweile sehr viel machen. So erarbeite ich Melodien, die bereits eine Bassidee, Gitarrenidee etc. liefern, dazu einen Text und dann hören wir alle das zusammen an. Jeder bringt dann noch seine persönlichen Ideen mit ein und dann wird so lange daran gearbeitet, bis der Song im Studio aufgenommen werden kann!
RSW: Was bedeutet für euch die Single „Private Soul Security“?
Neo: Für mich zeigt das Lied meine spirituelle Seite. Falls es einen Gott gibt, dann zeigt das Lied, wie ich ihn mir vorstelle. Ansonsten gab es zu diesem Song unseren ersten großen Videodreh, der für jeden von uns eine besondere Erfahrung war. Es war außerdem unsere erste Single, die man in den Läden kaufen konnte! Also etwas ganz besonderes!
RSW: Wie lief euer erster Videodreh?
Mahony: Ich musste mich akut einschränken. J Es wurde ein riesiger Zauber veranstaltet, Straßen gesperrt, die Feuerwehr musste die Straßen nass machen, viele Menschen waren dauernd dabei, irgendwas auf und abzubauen. Du spielst den Song immer und immer wieder, um die besten Szenen einzufangen. Es war ein langer, jedoch sehr lehrreicher Tag, also eine schöne Erfahrung.
Convex: Beim letzten Tatort entdeckte ich übrigens genau die Kulisse, wo unser Video gedreht wurde! Ich dachte mir, Mensch, das kennst du doch!
Carter: Ich kann den Worten von Mr. Mahony gar nicht mehr viel hinzufügen, da er genau alles getroffen hat. Die Erfahrung kann einer keinem nehmen, es war anstrengend, aber sehr interessant. Beim Dreh läuft eben ein Playback ab, aber für uns war es ein neues Gefühl, dazu zu singen – es war ungewohnt!
Neo: Ich kann es eigentlich gar nicht verstehen, dass Mahony über Anstrengung klagte, da ich ja noch viel länger im Regen stehen musste als die anderen. Es war schon sehr anstrengend, doch wir hatten eine sehr gute Maskenbildnerin, die sofort mit Tupfer und Farbe zur Stelle war. Was ich auch völlig krass fand war, dass die Feuerwehr Häuser und auch Straßen komplett nass gespritzt hatte. Da wir auch ein eher düsteres Image haben, sollte alles auch im Video so rüberkommen. Wir drehten bis nachts um vier Uhr.
RSW: Viele wurden erst durch den Bundesvision Song Contest auf Pro7 auf euch aufmerksam – wie seid ihr denn dazu gekommen?
Neo: Wir haben einen Vertrag bei einer Plattenfirma und wir signalisierten, dass wir sehr gerne dort teilnehmen würden und so bewarben wir uns und schickten ein Demo an Stefan Raab. Als dann die Nachricht kam, dass wir dabei sind, ging es erst richtig los. Wir hatten gar nicht damit gerechnet, dass wir genommen würden. Auflage war auch ein Song auf Deutsch und das hatten wir bisher auch noch nicht gemacht! So setzten wir uns zusammen und überlegten, was wir nun eigentlich dort bringen. Was die Show anging, so konnten wir auf eine tolle Tanzgruppe des Dessauer Theaters zurückgreifen, die ein düsteres und eher klassisches Stück „Marquis de Sade“ haben und das mussten wir einfach verwenden, da wir ja dunkle Sachen mögen.
RSW: Wie war es für euch den Song „Sand in meiner Hand“ zu schreiben und zu performen?
Neo: Das Schreiben war gar nicht so spektakulär. Letztendlich sollte eine Nummer her, die einfach funktionieren musste. Für uns war es auch eine neue Erfahrung, ein Lied speziell zu konstruieren. Wir hatten die Dance Company, brauchten ein Lied, das nur 3 Minuten lang sein darf - das waren sozusagen unsere Schablonen. Es war eine interessante Erfahrung nun daraus ein Gesamtbild für die Sendung entstehen zu lassen.
RSW: Könntet ihr euch vorstellen, weitere Songs auf Deutsch zu schreiben oder befremdet euch dieser Gedanke?
Neo: Wir haben früher schon mehrere Songs auf Deutsch geschrieben, legten diese jedoch immer wieder ad acta – wir sind eigentlich eine englischsprachige Band, da es mir auch leichter fällt, englische Texte schneller und leichter zu formulieren und auch zu singen. Deutsch ist eine sehr harte und kantige Sprache, also nicht gerade sangig! Ich glaube, dass manche meiner Texte auf Deutsch eher nach Schlager klingen würden, aber das ist ja bei vielen Bands so, wenn man deren Texte übersetzen würde! Wir möchten aber evtl. auf dem nächsten Album auch ein paar deutsche Titel integrieren.
RSW: Wie ist denn eure Tour als Supportact von „Unheilig“ bisher gelaufen?
Convex: Es war anstrengend…
Mr. Mahony: Am ersten Tag, also dem Tourauftakt, ist es immer so, dass man das ganze Team, rund 25 Leute, die alle in einem Bus unterwegs sind, kennen lernt. Keiner weiß, wie tickt der andere, wie weit kann man gehen. Man lernt sich besser kennen – gut, die Jungs von „Unheilig“ kannten wir bereits. Die technischen Probleme treten natürlich auch zu Beginn auf, da man erst im Laufe der Zeit die Einstellungen perfekt hat. Der Aufbau, der Soundcheck etc. – dennoch war es bis jetzt eine super Erfahrung. Die Tour ist für uns angenehm, relaxt, spannend – gut, auch anstrengend. Man kommt vor 3 oder 4 Uhr meistens nicht in die Koje und da ich nie schlafen kann, wenn der Bus fährt, bin ich sehr früh munter.
Neo: Wir schlafen stets im Bus und nicht im Hotel. Allerdings gibt es das Problem, dass der Bus auf gefühlte 50 Grad aufheizt, wenn er steht. Und man schläft so nicht lange – wie Mahony sagte, man geht spät ins Bett und hat keinen festen Schlaf! Die Abbauten sind ja auch noch zu machen und wenn man dann im Bus ist, schläft man auch nicht sofort ein. Man tauscht sich mit den Kollegen aus, trinkt gemeinsam was (Brause, Cola, Tee, frisch gepressten OrangensaftJ). Man merkt einem das Leben schon an – ich brauche z.B. täglich mehr Schminke auf der Bühne! Es ist eine schöne Zeit, wie eine ewige Klassenfahrt, nur noch disziplinierter, da man sich an die vorgegebenen Zeiten halten muss!
RSW: Ist auch schon eine Tour in Planung, bei der ihr der Hauptact seid?
Mahony: Wir sind dabei, eine eigene Tour für den Herbst vorzubereiten. Natürlich ist es nicht ganz einfach, wir müssen auch erstmal die Reaktionen der Leute, auf unsere neue Single und das Album abwarten. Auch wie die jetzige Tour und die Sommerfestivals ablaufen. Als Headliner muss man auch den entsprechenden Rahmen haben und genügend Publikum. Wir möchten es gerne umsetzen.
RSW: Beschreibt doch einmal das Gefühl, das ihr empfindet, wenn ihr auf der Bühne steht.
Neo: Für mich ist es der Moment, in dem ich ein völlig anderer Mensch bin. Man kann die Maske fallen lassen und so sein, wie du wirklich bist. Die extreme Seite einfach ausleben. Wenn man das im normalen Leben täte, dann würde man ganz schnell abgeholt und eingewiesen werden. Auf der Bühne kannst du alle Emotionen ausleben. Man durchlebt die Texte. Das Livespielen ist für mich ein Gegensatz zur Studioarbeit. Es ist eine Art Ventil, während die Studioarbeit eine sehr ruhige, intime Sache ist. Auf der Bühne hat man einfach Spaß, auch als Team.
Mahony: Für jeden Musiker stellt es ein Privileg dar, Live Konzerte zu spielen. Aus diesem Privileg ergibt sich auch, dass man das Feedback der Menschen direkt live erleben kann. Es ist einfach das Größte!
Carter: Mich fasziniert am meisten, wenn man das Publikum erst noch überzeugen muss. Natürlich ist es schön, wenn man sofort bejubelt wird, doch die Herausforderung und die Steigerung sind wichtig. Man kann sich fallen lassen, Energie abbauen, sich auspowern.
Convex: Es ist immer eine sehr positive Erfahrung live auf der Bühne zu stehen! Leider dauert dies viel zu kurz, da man ja den Aufbau und Abbau abziehen muss. Das Konzert ist das Angenehme am Tag – ansonsten muss man doch sehr viel warten.
RSW: Was war der großartigste Moment in eurer Karriere?
Neo: Das lässt sich leicht beantworten: Das war, als wir beim Bundesvision Song Contest waren und unsere Fans sahen, die so ausflippten und Stimmung machten. Wir waren so stolz darüber. Diese großartige und unglaubliche Unterstützung werden wir nie vergessen! Das Gefühl war einmalig.
Mahony: Nun ist es an der Zeit, eine kleine Schleichwerbung zu machen – geht mal auf www.rockland.fm J
RSW: Was sind die Schattenseiten eures Jobs – gibt es z.B. Streitigkeiten?
Neo: Wir sind immer alle meiner Meinung! J
Mahony: An die Vorgaben, die einfach so sein müssen, halten sich alle. Doch dann gibt es auch die emotionalen Angelegenheiten, die diskutiert werden. Man muss einfach in einer Gemeinschaft Kompromisse eingehen, sonst funktioniert es nicht!
Neo: Das hast du sehr schön gesagt! Die wichtigste Regel ist, dass man einfach weiß, wann man einmal nichts sagen sollte! Das ist ein gutes Rezept. Wenn man sich besser in Ruhe lässt, anstatt eine Situation auszudiskutieren! Es gibt bei uns z.B. die Regel, wenn man im Tourbus im Bett liegt und der Vorhang zu ist, dann heißt das RUHE! Für alle ist es ein Raum, um sich zurückzuziehen!
Fortsetzung folgt im Fc Magazin!:-)
Infos unter:
www.down-below.de
Videos (www.youtube.com):
http://de.youtube.com/watch?v=ARA_UMezipU (Sand in meiner Hand - Bundesvision Song Contest)